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204942

Mimesis

Wilhelm Kuehs

pp. 361-365

Abstract

Die intentio auctoris, wie wir sie aus der ecoschen Semiotik kennen, bezeichnet die Absichten und Motive des Autors. Die intentio auctoris gilt in Bezug auf wie auch immer geartete ausgelagerte Muster kultureller Objekte als schwer bis gar nicht erschließbar. Auch spielt die intentio auctoris für das Verständnis des Textes kaum eine Rolle. Ich muss nicht wissen, was Homer oder Shakespeare mit ihren Texten intentiert haben, um die Odyssee oder Hamlet als relevant für unsere Semiosphäre zu identifizieren. Auch um die intentio operis in ihrer fulminanten Breite und Tiefe auszuloten, muss ich nicht wissen, wer diese Werke geschrieben hat. Es ist nicht einmal nötig zu wissen, ob wir hinter dem Namen Homer ein Autorenkollektiv vermuten müssen oder ob der blinde Aiode tatsächlich für das Epos allein verantwortlich ist.

Publication details

Published in:

Kuehs Wilhelm (2015) Mythenweber: soziales Handeln und Mythos. Dordrecht, Springer.

Pages: 361-365

DOI: 10.1007/978-3-658-09813-1_24

Full citation:

Kuehs Wilhelm (2015) Mimesis, In: Mythenweber, Dordrecht, Springer, 361–365.